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KATA

WADO KATA


Katas:


Pinan Kata, Naihanchi, Kushanku, Chinto, Seishan,
Bassai, Wanshu, Niseishi, Rohai, Jion, Jitte,

Die Bedeutung der Kata (Formübungen)

Die Kata-Varianten, die von Hironori Ohtsuka vermittelt wurden, orientieren sich an den chinesischen oder okinawanischen Vorbildern, sowohl von der Kata-Technik her, als auch von den Namen der Kata. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Hironori Ohtsuka sich in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht der nationalen Bewegung in Japan anschloss und alle nicht japanischen Worte in den Kampfkünsten japanisierte.

Aus der chinesischen Tradition heraus wurde in den Kata viel Wert auf die Vitalpunkte, die Esoterik und den Gesundheitsaspekt gelegt.
Da die Kampfkünste in Japan lange Zeit verboten waren, gibt es die äußere Form der Kata (den Ablauf, die Form) und die Aussage der Kata, um die Art der Ausführung zu verdeutlichen (z.B. "Bilder" wie bei Bassai = Sturm auf die Festung).
Der innere Sinn (Gokuhi) oder das versteckt Überlieferte (Okuden) einer Kata soll durch die Auseinandersetzung mit der Kata und die Übung der äußeren Form entdeckt werden. Im Budo ist daher der mentale Zugang zu einer Kata wichtiger als der analytische.
Über die äußere Form zum Sinn vorzudringen ist ein Zen-Aspekt.

Eine Kata muss immer mit Würde vorgetragen werden, um nicht nur den Kampfaspekt zu betonen, sondern auch die moralische Legitimation des Kämpfens sicher zu stellen.
In den ursprünglichen Kata, wie auch heute noch in einigen Wado Katas, war es vom Ablauf her nicht vorgesehen, die Kata auf der gleichen Stelle zu beginnen und zu beenden. Diese Festlegung wurde erst vor allem durch Nakayama (Shotokan-Stil) eingeführt und dann für die sportlichen Wettkämpfe übernommen.

Für Hironori Ohtsuka war Chinto die höchste Kata. Auch die Reihenfolge setzte er anders als heute. Für ihn kam erst die Pinan Shodan (Sho=eins) und dann die Pinan Nidan (Ni=zwei). Obwohl auch er die Pinan Shodan für schwieriger hielt als die Pinan Nidan, sprach er sich gegen eine Änderung der Reihenfolge beim Erlernen aus.
Dann folgte Kushanku, da sich die Pinan Katas aus der Kushanku entwickelt haben. Danach kam Naihanchi, dann Seishan und schließlich Chinto.
Es ist besser, nur wenige Kata zu üben, diese aber dafür zu beherrschen, so seine Meinung. Eine Kata wird dann beherrscht, wenn deren Sinn klar ist, man sich einen Gegner vorstellen kann und keine physischen und psychischen Ungenauigkeiten bei der Ausführung auftreten.
Ohtsuka gibt für die generelle Ausführung der Kata folgende Tipps:
Es soll der ganze Körper gleichzeitig eingesetzt werden, nicht zu viel mit Spannung gearbeitet werden, ein Bewegungsfluss muss noch möglich sein und man soll immer bereit sein, zu jeder Zeit in alle Richtungen zu reagieren.

 

PINAN KATAS

Die Pinan Kata sind aus der Kushanku entstanden. Sie sollen einzelne Aspekte der Kushanku vermitteln, z.B. Richtungsänderungen, Techniken, Kombinationen von Techniken, Diagramme des Ablaufs (Enbusen).
Pinan bedeutet "friedfertiger Geist".
Im Wadokai ist traditionsgemäß die Pinan Nidan die erste Kata, obwohl Nidan bedeutet, dass dies die zweite Kata ist. Aber da sie vom Ablauf und den Techniken her für einfacher erlernbar als Pinan Shodan gehalten wurde, wurde in den Prüfungsprogrammen diese Reihenfolge gewählt.
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NAIHANCHI

Diese Kata soll im 17. Jahrhundert von einem Chinesen Namens Ason nach Okinawa gekommen sein. Nach Hironori Ohtsuka geht die Naihanchi in der vorliegen den Form auf Kibe Choki (Ryu-Kyu) zurück.
Die Naihanchi mit dem Naihanchi Dachi wurde oft als "Reiter"-Stellung definiert, da die Fuß- und Beinstellung an einen Reiter erinnert. Die eigentliche Bedeutung ist aber "seitwärts kämpfen". Die Fußstellungen dieser Kata werden ausgeführt (daher die spezielle Spannung) als wenn man auf glitschigen, moosbewachsenen Steinen stehen würde. Diese Kata soll früher auf engem Raum z.B. auf Brücken oder Balken trainiert worden sein.
Der Naihanchi Dachi ist eine nicht so tiefe Stellung, die der ursprünglichen Stellung entspricht und einen kämpferischen Vortrag der Kata erlaubt.
Es gibt drei Naihanchi Katas, aber Ohtsuka hielt nur die erste für wichtig.

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KUSHANKU

Kushanku war im 18. Jahrhundert ein chinesischer Offizier auf Okinawa. Von ihm soll die Kushanku stammen (ca. 1760). Diese Kata soll kämpferisch vorgetragen werden. Sie beginnt mit einem "Blick in den Himmel". Diese Bewegung ist als Symbol für die Sonne, die immer wieder aufgeht zu verstehen und bedeutet gleichzeitig, alles geht immer irgendwie weiter (= alle Probleme im Leben sind zu lösen).
In der Kata sind viele Wechsel beim Kraftaufwand, in den Schwerpunktänderungen und in den Techniken. Symbolisch soll dies darauf hindeuten, dass Veränderungen etwas Natürliches sind und zusammen mit der ersten Bewegung bedeuten sie die Einheit des Universums.

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CHINTO

Besonders auffällig an der Chinto sind die Stellungen auf einem Bein. Sie symbolisieren den Kranich (das Wappentier Japans), der für Unsterblichkeit und Weisheit steht.
Der Schwerpunkt dieser Kata liegt in dem Wechsel der Stellungen und der Höhe des Schwerpunktes. Durch die einbeinigen Stellungen wird besonders das Gleichgewicht geschult. Die Chinto besteht zum Großteil aus schnellen, flüssigen Bewegungen, die am Ende in eine langsame, konzentrierte Bewegung einmünden, bevor als Schluss noch einmal ein plötzlicher Höhepunkt gesetzt wird.
Für die Chinto braucht man eine konzentrierte, entspannte Geisteshaltung. Sie soll Überlegenheit durch Ausstrahlung vermitteln. Man wartet auf die Blöße des Gegners, um ihn dann plötzlich anzugreifen.

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SEISHAN

Die Seihan ist eine Kata zur Übung der Kraft und Ausdauer, sowie des Gefühls für die Festigkeit des Standes und die korrekte Haltung des Körpers. Sie dauert ca. 60-120 Sekunden. Die Einatmung erfolgt langsam und leise durch die Nase. Die Luft füllt von unten beginnend die Lungen. Die Atmung soll ungestört, gleichmäßig und unmerklich sein. Die Ausatmung erfolgt mit offener Kehle und lockerer Zunge. Dazu wird der Bauch zunehmend angespannt und die Luft in drei langsamen kraftvollen Atemzügen herausgedrückt. Wenn man glaubt, alle Luft sei aus der Lunge heraus, dann wird noch einmal stark gepresst, um den letzten Rest der Luft herausdrücken. Der langsame Teil der Kata ist quasi zum Energie sammeln und der schnelle Teil zum Energie herauslassen. Dieser Wechsel muss abrupt erfolgen.

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BASSAI

Diese Kata wird "Sturm auf die Festung" genannt. Sie soll mit entschlossener Geisteshaltung und absolutem körperlichen Einsatz vorgetragen werden. Dabei stellt man sich vor, ein schweres Hindernis zu überwinden oder ein schwieriges Problem mit konzentrierter Kraft und unbeugsamem Willen zu lösen. Die Ausweichbewegungen und die Angriffe stehen für das Durchbrechen. Die Koordination der Bewegungen und die Aufrechterhaltung des körperlichen und mentalen Gleichgewichts spielen in dem stillen Kampf eine große Rolle. Die Kata muss mit Würde vorgetragen werden, um die moralische Legitimation sicher zu stellen.

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WANSHU

Diese Kata wird auch "Flug der Schwalbe" genannt, da viele Verlagerungen der Hüfte von oben nach unten und viele schnelle Richtungsänderungen (wie beim fröhlichen, unbeschwerten Flug der Schwalben) erfolgen. Wanshu war ein chinesischer Kampfkunstexperte (vermutlich ist die Kata 1683 entstanden).

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NISEISHI

Die Kata hatten früher Namen, die aus Zahlen bestanden. So wird diese Kata auch "24 Schritte" genannt. Die einzelnen Zahlen hatten dabei nicht ungedingt numerische Bedeutung, sondern waren eher von symbolischer Bedeutung.
Diese Kata stellt den Übergang von den klassischen Kata-Stellungen zu den Freikampfstellungen dar. Die Niseishi hat viel mit der Bassai gemeinsam. Aber in der Niseishi erfolgt eine stärkere Zentrierung in der Mitte (Hara) und dem konzentriertem Ruhen in sich selbst kommt mehr Bedeutung zu.

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ROHAI

Wegen der hohen, einbeinigen Stellungen wird diese Kata auch "Bild des Kranich" genannt oder wegen der Kreisbewegungen (im Wadokai eher weniger) auch als "Reinigen des Spiegels". Dieser klare Spiegel soll die Welt wahrheitsgetreu reflektieren, aber der Spiegel verändert die Welt nicht.

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JION

Die Anfangsstellung (Kamae) entspricht dem Gruß der Mönche im Shaolin-Kloster (ein früher allgemein in China üblicher Gruß, statt Hände schütteln). Die richtige Ausführung der Kata gleicht der vollendeten Reife eines Buddha, daher auch der Name "Liebe und Gnade". Es soll eine vollkommene Harmonie in der Bewegung erricht werden, ein Gleichgewicht des Geistes, was die Kata zu einem direkten, wirkungsvollen Kampfstil macht.
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JITTE

Alle Bewegungen dieser Kata können als Abwehrtechniken interpretiert werden, die gegen einen Angriff mit einem Stock benutzt werden. In der "moderneren" Variante, können viele Bewegungen auch als Angriffe oder Konter gegen unbewaffnete Gegner gedeutet werden. Die Koordination der Hüfte und der Extremitäten ist in dieser Kata besonders wichtig. Ebenso die Position der Ellenbogen und die Spannung der seitlichen Rumpfmuskulatur und damit die Verbindung von Hara (Unterbuch) und Technik. Die Kata wird auch als "Technik der Gnade" was so viel wie korrekte Abwehr in schwieriger Situation bedeutet, bezeichnet.
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